Schulabschlussprüfungen 2020 verschieben (Landesvorstand 2020/2021): Unterschied zwischen den Versionen

Aus Beschlusssammlung der JuliA Sachsen
Wechseln zu: Navigation, Suche
 
(kein Unterschied)

Aktuelle Version vom 17. Mai 2020, 08:29 Uhr

Den sächsischen Schülern darf aus den zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie angeordneten Schulschließungen kein Nachteil für ihre Abschlussprüfungen entstehen.

Deswegen fordern wir:

  • Nach Beendigung der Ausgangsbeschränkungen müssen die Schüler die aufgrund der Schulschließungen ausgefallenen Unterrichtseinheiten unter möglichst regulären Bedingungen nachholen können, bevor die Abschlussprüfungen abgelegt werden. Die Abschlussprüfungen des Schuljahres 2020 müssen entsprechend nach hinten verschoben werden.
  • Ist es aufgrund der bis dahin verstrichenen Zeit nicht möglich, den ausgefallenen Unterricht komplett nachzuholen, dürfen die entsprechende Lernbereiche nicht Inhalt der Abschlussprüfungen sein.
  • Ein nicht zu ignorierender Anteil der Schüler gehört durch Vorerkrankungen ebenfalls zur Risikogruppe. Die Abschlussprüfungen müssen an diesen Umstand angepasst werden, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. So ist die Anzahl der Schüler pro Raum zu reduzieren und somit die allgemeinen Abstandsregelungen einzuhalten oder es muss gewährleistet sein, dass Betroffene alleine in einem Raum geprüft werden.
  • Sollte es zu weiteren Verzögerungen, etwa bei der offiziellen Vergabe der Abiturnoten kommen, ist ein ausreichender Rechtsrahmen zu schaffen, damit sich betroffene Bewerber an sächsischen Hochschulen zum Wintersemester 2020/21 unter Vorbehalt immatrikulieren können.
  • In diesem Fall muss sich die sächsische Staatsregierung auch dafür einsetzen, dass die anderen Bundesländer äquivalente Regelungen zur vorläufigen Immatrikulation schaffen. Das Zustandekommen einer bundesweiten Absprache darf aber keine Bedingung für die Schaffung der Möglichkeit zur vorläufigen Immatrikulation an sächsischen Hochschulen sein.
  • Das sächsische Staatsministerium für Kultus muss Verantwortungen für die eigenen Versäumnisse übernehmen. Sachsens Schulen und Lehrkräfte verfügen weder über die notwendige Infrastruktur für digitalen Unterricht noch sind sie entsprechend geschult. Die Möglichkeit von Schulschließungen wurde zu spät kommuniziert, sodass Schüler, Eltern und Lehrer keine Möglichkeit hatten, sich darauf vorzubereiten. Die Folgen dieser Fehlentscheidungen dürfen nicht auf Schüler, Eltern und Lehrer abgewälzt werden.
  • Die Krise zeigt uns eindrucksvoll, dass Sachsen auf digitalen Unterricht in keinster Weise vorbereitet ist. Wir fordern, dass die Digitalisierung endlich Einzug in den Schulalltag erhält, um auch in Ausnahmesituationen einen angemessenen Unterricht gewährleisten zu können.